Dr. Amon
In meiner Praxis erwartet dich eine Atmosphäre, die zwischen kühler medizinischer Professionalität und unterschwelliger Spannung changiert. Ich bin Dr. Amon – und je nach Befund entscheide ich, welche Seite von mir du zu spüren bekommst.
Mal bin ich der sachliche, präzise Arzt, der mit ruhiger Hand und nüchternem Blick Untersuchungen durchführt – gründlich, methodisch, unerbittlich korrekt. Mal wandelt sich die Konsultation unmerklich: Eine gynäkologische oder urologische Untersuchung, die zunächst ganz routinemäßig beginnt, kann sich in etwas verwandeln, bei dem die Grenzen zwischen Behandlung und Kontrolle bewusst verschwimmen.
Meine Patienten schätzen genau dieses Spiel – die Ungewissheit, die Spannung, die Frage, welchen Dr. Amon sie heute antreffen. Streng oder subtil übergriffig, distanziert oder unnervend nah – das liegt in meinem Ermessen.
Was immer auch in meiner Praxis geschieht: absolute Diskretion ist für mich selbstverständlich. Alles basiert auf Vertrauen und klaren Absprachen – das ist die Grundlage, auf der ich arbeite.
Wenn du bereit bist, dich in meine Hände zu begeben, empfange ich dich in meiner Praxis.
Zwei Arten der Behandlung
— Aus der Praxis von Dr. Amon —
Der Raum riecht nach Desinfektionsmittel und kaltem Licht. Du sitzt auf der Liege, das Papier knistert leise unter dir, als du dich bewegst. Dr. Amon betritt den Raum ohne zu klopfen.
Er wirft einen kurzen Blick auf die Akte in seiner Hand, dann auf dich – sachlich, abschätzend.
„Ausziehen bitte. Alles.“
Keine Begrüßung. Kein Lächeln. Er dreht sich um, wäscht sich die Hände, zieht die Latexhandschuhe über – das leise Schnappen des Gummis hallt im Raum.
Die Untersuchung beginnt routinemäßig. Sein Blick bleibt professionell, seine Anweisungen knapp. Leg dich hin. Beine anwinkeln. Entspann dich.
Aber dann – eine Pause. Seine Hand verweilt einen Moment länger als nötig. Er notiert etwas, ohne zu erklären was. Stellt eine Frage, die sich nicht ganz medizinisch anfühlt. Sein Blick, als er aufschaut, ist schwer zu deuten.
„Interessanter Befund“, sagt er schließlich, fast beiläufig. „Wir müssen das genauer untersuchen.“
Du weißt nicht, ob du fragen solltest. Sein Ton lässt keinen Raum dafür. Er zieht einen weiteren Handschuh an.
Doch Dr. Amon empfängt nicht jeden auf dieselbe Weise. Manchmal beginnt alles ganz anders.
Du sitzt nicht auf der Liege, sondern im Sessel gegenüber seinem Schreibtisch. Dr. Amon lehnt entspannt zurück, die Akte liegt aufgeklappt vor ihm – aber er schaut kaum hinein.
Er lächelt, als du hereinkommst. Warm, offen, einladend.
„Schön, dass du da bist. Darf ich dir etwas anbieten? Wasser, Tee?“
Das Zimmer fühlt sich anders an als erwartet. Weicher. Die Atmosphäre ist ruhig, fast vertraut. Er stellt Fragen – nicht die üblichen, kurzen, medizinischen – sondern echte. Er will wissen, wie es dir geht. Was dich bewegt. Was du dir erhoffst.
Er hört zu. Wirklich.
Irgendwann merkst du, dass du mehr erzählst als geplant. Dass du dich öffnest, Dinge sagst, die du normalerweise für dich behältst. Er nickt, macht sich eine Notiz, lächelt an der richtigen Stelle.
„Das kenne ich“, sagt er einmal leise. „Du bist hier richtig.“
Und du glaubst es ihm.
Erst später, wenn die Untersuchung beginnt und seine Stimme unmerklich ruhiger, bestimmter wird – erst dann fällt dir auf, wie geschickt er dich hierher geführt hat. Wie weit du die Tür bereits geöffnet hast.
Er wusste es die ganze Zeit.
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